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Linux

Kubuntu 8.10: SIGSEGV oder das Märchen 4.1

Seit einigen Tagen ist nun die neue Version von Ubuntu und seinen Derivaten als stabile Version verfügbar. Tatsächlich hat sich mit "Intrepid Ibex" einiges getan, jedoch leider nicht nur zum Positiven.
Insbesondere hier sei an dieser Stelle KDE4.1 zu erwähnen, das in Kubuntu von nun an KDE 3.5 ablöst.

Und genau an dieser Stelle wird Kubuntu leider absolut unbrauchbar für einen stabilen und produktiven Betrieb. Auf selbst aktuellen Nvidia-Grafikkarten läuft das neue KDE dermaßen langsam, dass man sich in gute alte Zeiten mit überfordernden 3D-Spielen auf in die Jahre gekommenen Rechnern zurückversetzt fühlt. Zwar liegt hier die Hauptschuld bei Nvidia, denen es scheinbar nicht gelingt ihre Linuxtreiber in den Griff zu bekommen, dennoch schließt das KDE-Projekt durch Setzen auf schlecht unterstützte Technik viele Benutzer von der reibungslosen Verwendung von KDE4 faktisch aus.
Jedoch bleibt es bei KDE4.1 nicht bei Performanceschwächen, sondern auch in Sachen Stabilität und Bedienerfreundlichkeit muss ordentlich nachgelegt werden. Regelmäßige Abstürze diverser Dienste und Programme machen das Arbeiten zur Qual. Selbst Programme, die oft in Verwendung sind, wie beispielsweise Dolphin (Explorer-Pendant), verabschieden sich des Öfteren mal mit Speicherzugriffsfehlern. KDE4.1 hat somit wenig mit Early-Adopting zu tun sondern ist und bleibt vorerst eine Betaversion, wie schon KDE4.0.
Dies sollte ansich kein Problem darstellen, da das KDE-Projekt zwar KDE4 pushen möchte, jedoch die Entwicklung von KDE3.5 nicht völlig eingestellt hat. Gleichzeitig können dank Open Source auch weiterhin Bugfixes und co. in die Quellen einfließen.

An dieser Stelle sollte eigentlich das Kubuntu-Team ins Spiel kommen und sich entscheiden, weiterhin KDE3 in den Paketquellen (als Standard) anzubieten. Dies ist leider nicht der Fall. Durch das neue Release von Kubuntu, dem jüngst erschienenen 8.10, ist somit für viele Benutzer die Tür zur Linuxwelt zugefallen.
Ohne Zweifel wird jeder, der sich nicht auskennt, die neueste Software herunterladen, um herauszufinden, ob ihm diese gefällt oder nicht. Hier geht genau das verloren, wofür Ubuntu gestanden hat - das gewisse Einfache und Stabile.
Gut ding braucht Weil. So natürlich auch KDE4. In den nächsten Monaten werden hoffentlich die bisher mitunter ziemlich lausig portierten Programme auf ihr einstiges Niveau gebracht. Zusammen mit verbesserter Stabilität kann KDE4 und den bereits vorhandenen guten Ansätzen dann sicherlich der würdige Nachfolger von KDE3 werden. Solange gilt jedoch: Stabilität vor Optik; und Anwender, die mit ihrem Kubuntu arbeiten möchten, sollten mit dem Update auf 8.10 lieber noch warten.

Zudem bleibt nur zu hoffen, dass Nvidia reagiert und schnell die einst exzellenten Treiber für Linux wieder auf den aktuellen Stand bringt.

Wer dennoch einen Blick auf das neue KDE4.1 werfen möchte, dem sei gesagt, dass sich nach Erfahrung vieler Nutzer die Leistung von Nvidiakarten wohl verbessern lassen soll (war hier nicht nachvollziehbar). Ein tolles Plasmoid für die Toolbar ist übrigens Lancelot (Paket plasmoid-lancelot).
Wie alle vorherigen Versionen auch, kann 8.10 natürlich auch wieder von CD gebootet werden und von dort aus begutachtet werden, ohne die vorhandene Installation zu aktualisieren.

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Discussion

6 Kommentare zu “Kubuntu 8.10: SIGSEGV oder das Märchen 4.1”

  1. Es ist wirklich schade, dass das Kubuntu-Team so eine schlechte Arbeit abgeliefert hat.
    Auf
    http://www.zeroathome.de/wordpress/kde-4-ubersetzung-in-intrepid/ gibt es zum Thema Übersetzungen einige Hintergrundinformationen, warum die fertigen und guten Übersetzungen vom KDE-Projekt selbst nicht in Kubuntu übernommen wurden.

    Posted by Kai | 06.11.08, 11:48
  2. Die Übersetzungen sind nur eine der vielen Schwachstellen, die derzeit in Kubuntu für Frust sorgen. Auch das Design passt vorne und hinten nicht. Fenster sind zu klein für den Inhalt was dazu führt, dass selbst innerhalb von kleinen Dialogen gescrollt werden muss oder die Hälfte schlichtweg nicht zu sehen ist. Man nehme mal an, wie Microsoft zerissen werden würde, wenn sie solch eine Software auf den Markt bringen würden. Und diesem Vergleich muss sich freie Software eben auch langsam stellen.

    Posted by Sebastian Henke | 06.11.08, 15:48
  3. Also ich kann Deine Meinung/Erfahrung nur bedingt teilen.
    Keiner der Fehler die Du beschreibst habe ich in den letzten Wochen finden können. Und ich arbeite zur Zeit zw 8 und 12 Stunden am Tag produktiv mit Intrepid und KDE4.
    Gut ich hab ne ATI und bleibe somit vom nvidia-Problem verschont, aber bis auf die Übersetzung und ein oder zwei Kleinigkeiten bin ich echt begeistert von KDE4.

    Recht geben muss ich Dir in dem Punkt das Kubuntu wirklich erst einmal bei der 2Wege Lösung hätte bleiben können. Ich kann aber auch verstehn das für die paar Kubuntu Leute enorm zeitaufwändig ist zwei Desktops auf einmal zu maintainen.

    Denke das Thema wird noch ein paar Monate eins bleiben…ich hab allerdings bisher keinen triftigen Grund gefunden zu KDE3 zurückzukehren.

    Posted by zeroathome | 10.11.08, 21:42
  4. Wirklich produktiv arbeiten kann ich mit dem System leider überhaupt nicht. Das fängt schon damit an, dass bei jeder Benachrichtigung via KNotify selbiger abschmiert und außer Speicherzugriffsfehlern nichts von sich gibt. Selbst beim Herunterfahren passiert das zwei mal, geschweigedenn bei intensiver Nutzung von Kopete und co. Klar mag das der Bastler schnell fixen können, aber genau die waren ausnahmsweise nicht die Hauptzielgruppe von Ubuntu. Und das mit dem Aufwand kann ich auch nachvollziehen. Eventuell wird hier aber auch einfach am falschen Ende gespart (Siehe deine Ausführung über die Übersetzungen).
    Hoffen wir, dass sich in den nächsten Wochen da noch etwas tut.

    Posted by Sebastian Henke | 10.11.08, 23:56
  5. Habe mich nach 2maliger Installation ganz schnell wieder von Kubuntu 8.10 verabschiedet und wieder 8.04 installiert. Es ist einfach frech so etwas unfertiges zu veröffentlichen.
    Na, dann benutze ich eben Hardy mit
    KDE 3.5 weiter. Das läuft wie geschmiert.

    Posted by Heinrich Groth | 11.11.08, 16:56
  6. Meine anfängliche Begeisterung was KDE4 betrifft hat sich mittlerweile auch gelegt. Ich bin inzwischen der Meinung, dass die Entwickler was Kubuntu Intrepid Ibex betrifft keinen besonders guten Job gemacht haben. Ich denke dabei vorallem an solid (bluez4), sowie an die texlive Pakete, die sich nicht korrekt installieren lassen. Dolphin hat auch viele Macken (z.B. Informationen-Seitenleiste). In meinen Augen war es ein Fehler so früh auf KDE4 umzusteigen. Man hätte sich mehr Zeit dafür lassen sollen. Ich gebe zu im Nachhinein läßt sich so etwas leicht sagen.

    Posted by Sascha | 10.12.08, 20:05

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